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Freitag, 2. Oktober 2015

Serie "19 Pflegediagnosen" SOZIALE ISOLATION Teil 2

wie kann man soziale Isolation erfassen?

Tag 1 - Erfassen

Ich würde sagen, zuerst muss man mal spüren, dass da was im Busch ist. Dann muss man anfangen, darüber zu reden.

Beispiele:

"Ich habe gemerkt, dass du ein paar mal keinen Besuch wolltest, als deine Freunde kamen. Liegt das daran, dass es dir peinlich ist, dass du etwas mit dem Darm hast?"
"Herr O. wir haben ja jetzt schon viel geredet. Mir ist aufgefallen, dass sie selten von Dingen erzählen, die sie heute mit anderen Menschen erleben, dagegen viel von früher. Sie schienen ein geselliger Mensch gewesen zu sein. Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber könnte es sein, dass sie sich wegen ihrer Schmerzen zurückgezogen haben?"
"Frau B., ich möchte sie direkt fragen: Ziehen Sie sich zurück aus ihrem gesellschaftlichen Leben wegen der Inkontinenz?"
Natürlich braucht man für solche Gespräche eine Beziehung zum Patienten, eine große Portion Taktgefühl und ein Gespür für die feine Grenze für das, was uns pflegerisch etwas angeht und das, was dem Patienten "gehört".

 

Was kann man erfassen, wenn man erstmal mit dem Patienten ins Gespräch gekommen ist?

- wie lange dauert der Rückzug schon an?
-was war der inititale Auslöser?
- wie gravierend ist das Ergebnis dieses Rückzugs schon?
- wie sehr schränkt dieser Rückzug den Patienten in seiner Lebensqualität, Lebensfreude und auch Bewältigung der zugrundeliegenden Krankheit ein?
- wie stark belastet der Rückzug den Patienten selbst? Möchte er weiterhin so zurückgezogen leben oder ist er bereit, Schritte nach "draußen zu gehen?

Das könnte ein ziemliches langes Gespräch werden, aber man kann es natürlich auch in mehrere Teile aufteilen, immer wenn es passt. Was am Tag 2 so passieren könnte, hören wir am Dienstag.

Bis dann :)

Freitag, 18. September 2015

Serie "19 Pflegediagnosen" FATIGUE

So, heute soll es um die Fatigue gehen. Wow, was für ein Thema!
Und mal ehrlich:

was ist Fatigue eigentlich?


Doccheck sagt: "Fatigue ist eine krankhafte Erschöpfung, die sich nicht durch normale Erholungsmechanismen beheben oder den Betroffen durch Schlaf effektiv regenerieren lässt"

Wenn also quasi Energie für den Alltag Geld wäre, dann müssten Menschen mit Fatigue immer unsagbar viel höhere Preise bezahlen als Menschen ohne Fatigue, und so wären sie ständig bankrott oder am Rande des Bankrotts.

Eine tolle Zusammenfassung zu dem Thema bietet auch die Wannseeschule.

Wo begegnet uns das in der Pflege? 

In der Onkologie und bei der Arbeit mit chronisch kranken Menschen.

Was können Merkmale sein?

- Patient verlässt das Bett nur, wenn es absolut notwendig ist und schläft gleich darauf wieder (und es gibt keine körperliche Diagnose, die das erklären würde. Natürlich könnte das auch eine Depression sein.)
- der Patient lehnt es ab, Besuch zu bekommen, es werde ihm "zu viel"
- Patient braucht viel Unterstützung bei der Körperpflege, obwohl er körperlich eigentlich gut in der Lage dazu wäre
- der Patient geht nicht auf Angebote zur Aktivität ein

 

was kann man da machen?

Ressourcen allgemein:

 Als positive Unterstützung (Ressourcen) werden u.a. ein stabiles persönliches Umfeld, eigener Glaube und Persönlichkeitsstruktur genannt. (aus dem Pflegewiki)

Am Tag 1:


Da Fatigue nicht mit physiologischen
Parametern gemessen werden kann,
kommt dem Erfassen von Fatigue im
Rahmen der Pflegeanamnese eine zentrale
Bedeutung zu. Wie beim Schmerzassessment
ist die Selbstbeurteilung
Mittel der Wahl. Dazu können strukturierte
Fatigue-Erfassungsbogen genutzt
werden.
Um die Intensität der Müdigkeit zu objektivieren
kann wie bei der Schmerzerfassung
eine numerische Rating-Skala
(NRS: O = überhaupt nicht müde;
10 = stärkste Müdigkeit, die vorstellbar
ist) verwendet werden.
Darüber hinaus sollte erfragt werden:
• Auswirkung auf Aktivitäten, die Selbständigkeit,
Stimmung und Lebensqualität
• Individuelle Bedeutung der Erschöpfung
(Be- oder entlastend)
• Körperliche Auswirkungen der
Fatigue
• Verlaufsmuster der Erschöpfung
(Energie-Tagebuch führen)
• Auslösende Begleitumstände
wie: Schmerzen, Anämie,
emotionaler Stress, Schlafstörungen,
Krankheitsstadium,
Begleiterkrankungen
• Einflussfaktoren, die die
Erschöpfung lindern

(das hab ich auch von dem Informationsblatt der Wannseeschule)

Am Tag 2

Pflegewiki sagt:
 Gesprächsangebote und psychologische Beratung, das "Zeit-Haben" von Pflege- und ärztlichem Personal wirken isolationsverhindernd, eine feste Tagesstruktur gibt Orientierung vor. Bewegung sollte enen festen Platz im Tagesablauf bekommen, z.B. kurze Spaziergänge oder leichte Bewegungsübungen, neben der körperlichen Betätigung entsteht dadurch auch ein erwünschter Ablenkungseffekt. Auch Angebote wie die Atemstimulierende Einreibung oder entspannende Teilbäder wie Hand-, Arm- oder Fussbad (keine Vollbäder, da sie eher belastend und zusätzlich ermüdend wirken) werden empfohlen.
Informationsmaterial kann hilfreich sein, da damit dem Patienten und seinen Angehörigen deutlicher wird, dass Fatigue kein individuelles Problem, sondern ein verbreitetes Phänomen ist. Auch können Angehörige dadurch besser verstehen, dass ein eventueller Rückzug des Kranken nicht persönlich gemeint ist; auch der Patient selbst wird von möglichen Schuldgefühlen entlastet, wenn er signalisiert, dass ihm Besuche zu viel werden.


Ja, dies ist ein Post, den ich nur von verschiedenen Informationsblättern und -seiten zusammengestückelt habe. Aber so habe ich mich mit dem Thema mal ein wenig auseinander gesetzt und ihr habt ein paar Anhaltspunkte, wo ihr wirklich fundierte Infos zu dem Thema findet.
Für einen fundierteren Post kann ich mir heute leider keine Zeit nehmen. Aber bald wieder!


Bis dann :)
 

Dienstag, 15. September 2015

Serie "19 Pflegediagnosen" ANGST

Hallo und willkommen zu unserer zweiten Pflegediagnose: Angst.
Gehört auch irgendwie grob zum Thema Schmerz finde ich, zumindest im pflegerischen Bereich.
Angst vor der OP, Angst vor dem, was die Zukunft mit dieser Krankheit bringt, Angst vor Leid und Schmerzen aber auch Angst, jemandem zur Last zu fallen oder Angst, abgeschrieben zu werden.

All das ist oft eher unterschwellig und schwer fassbar, meist jedoch relativ klar aus Fallbeispielen herauslesbar.

Pflegediagnose "Angst"

bedingt durch: bevorstehende OP, infauste Prognose, schwerwiegende Diagnose, Hilfsbedürftigkeit/ Fremdabhängigkeit aber auch: Unwissenheit, noch unklare Diagnose, im Kinderbereich vllt einfach allgemein situationsbedingt, bei demenzkranken vllt auch Angst ausgelöst durch die fremde Umgebung und die fremden Menschen
angezeigt durch: Pat äußert klare Ängste, besorgter Blick, Vermeiden bestimmter, angstmachender Themen, Tachykardie, Kaltschweißigkeit, Blässe, allgemein auffallende Unruhe, evtl nesteln aber auch aggressives, angespanntes Verhalten, unangebrachte, überschießende Reaktionen und so weiter

Merkmale

wie im Text gefunden

pflegerelevante Fragen

konkrete oder diffuse Angst? Angst, an der ich etwas ändern kann? (Bsp: Zukunftsängste allgemein versus konkrete Angst, in der Wohnung alleine nicht mehr zurechtzukommen)
bei Demenzkranken - ist das das allgemeine Verhalten oder tritt das neu in dieser Umgebung auf?
bei Kindern (von den Eltern zu erfragen) - was hilft bei diesen Ängsten?
aber auch, z.B. wenn es nach einer Oberschenkelfraktur über Bauchschmerzen klagt: Könnten das Ängste/ Unwohlsein wegen des Krankenhausaufenthaltes sein?

Bedeutung

- Belastung für Körper und Kreislauf
- verschlechtert die allgemeine Situation des Patienten
- kann blind machen (nicht buchstäblich)
- verschlechtert evtl. Coping und Mitarbeit

Ressourcen

Angehörige, Glaube, mitgebrachte Dinge (bei Kindern Kuscheltiere o.Ä.), Hobbys die Ablenken wie zum Beispiel Lesen oder Musik hören

Hypothesen

je nach dem, was man vorfindet z. Bsp.
"Lena's Bauchschmerzen sind Ausdruck von der Angst vor der OP"
"Hr. O. ist noch nicht ausreichend über die Möglichkeiten der häuslichen Pflege informiert und hat deshalb Angst, nicht wieder heimkehren zu können."

Tag 1 (Erfassung)

Aufgaben und Erfassungskonzept

Angst erfassen, zum Beispiel mit der PQRST. Die Häufigkeit würde ich an die Situation anpassen. Möglich wäre zum Beispiel einmal initial mit der PQRST zu erfassen (falls der Patient sich darauf einlässt oder dazu in der Lage ist) und dann im weiteren Verlauf einmal am Tag anhand einer Skala. Das geht natürlich nur bei anhaltender Angst und nicht bei punktuellen Ängsten z.B. vor einer OP.

Außerdem sollte man abwägen, ob das Ziel wirklich ist, die Angst immer wieder zu erfassen und dem Patienten somit in das Bewusstsein zu rufen. Die bessere Lösung könnte sein am Tag 1 die Angst auf eine andere Art zu erfassen, um eventuell pflegerelevante Bereiche herauszustellen.

So könnte die PQRST- Skala aussehen
P-Provokation/ Palliation (woher kommt die Angst? Was lindert die Angst?)
Q-Qualität (was für eine Form der Angst ist es? Klar definiert oder schleichend unterschwellig?    Erdrückend oder eher aggressiv-machend?)
R- Radiation (wohin "strahlt die Angst aus". Welche Lebensbereiche sind betroffen?)
S- Skala (wie stark ist die Angst auf einer Skala von 0-10)
T- Timing ( wann tritt die Angst besonders stark zutage? Abends vor dem Einschlafen?)

Das könnten Fragen sein, um pflegerelevante Bereiche der Angst herauszufinden:
-ist die Angst hier im Krankenhaus das erste Mal aufgetreten oder auch im Zusammenhang mit der Diagnose?
- hilft es Ihnen, wenn wir Sie ablenken?
- haben Sie vor gewissen Anwendungen, Behandlungen oder Punkten im Tagesablauf Angst? (zum Beispiel kann man ganz klar Einfluss auf Angst vor der Mobilisation nehmen, indem man vorher Schmerzbedarfsmedikamente gibt und Stopp-Signale vereinbart, genug Personal oder Hilfmsittel mitbringt etc.)

Was machen bei demenzkranken Patienten oder ähnlichen Patientengruppen?
Beobachtung:
- wann tritt das ängstliche Verhalten auf?
- was hat Einfluss darauf? (Angehörige, ruhig Lieder summen, Schmerzmittelgabe, Licht an oder ausmachen)

Erfragen (Angehörige, Betreuer etc.)
- ist das ein bekanntes Verhalten?
- was hilft daheim/ im Pflegeheim?

Soviel fällt mir heute erstmal zum Tag 1 ein. Was kann man ergänzen?

Mittwoch geht es weiter mit Tag 2 und Begründungsmöglichkeiten.
Bis dann :)



Dienstag, 8. September 2015

Serie: 19 Pflegediagnosen für's Examen

Mit diesem Post startet eine Serie, die mich (und euch) auf einem allgemeineren Level aufs Examen vorbereiten soll. Bis Mitte November werde ich jeweils Dienstags und Freitags eine Pflegediagnose vorstellen, bei der die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sie einem im Examen begegnet. Übelkeit, Schmerz, Verwirrtheit, soziale Isolation... die Häufung dieser Diagnosen in den Fallarbeiten ist auffallend. Im Unterricht wurde uns nun schon öfter der Tipp gegeben, einfach mal die Diagnosen auf einem allgemeinen Level auszuarbeiten, so gründlich und gut durchdacht wie möglich. Im Examen kann man dann aus den Vollen schöpfen. 
Ich mach das Ganze also öffentlich. Mag jemand mitmachen? Einfach den Link in den Kommentaren teilen. Das spornt an und jeder profitiert davon. 

Konstruktive Kritik oder weitere Ideen sind auch sehr gern gesehen.

Also, los gehts so richtig am Freitag mit dem Thema Schmerz. 
Jeder ist schonmal damit konfrontiert worden, aber können wir auch professionell damit umgehen?

Montag, 31. August 2015

Fallarbeit Tag 1: Mädchen mit Verdacht auf Colitis Ulcerosa. Teil 4



Theoriebasierte Begründung

Bezugswissenschaftlich: Krankheitslehre

Franziska hat den Verdacht auf die chronische Erkrankung Colitis ulcerosa. Ich begründe mit der Krankheitslehre dieser Erkrankung, da diese essentiell ist um die Situation von Franziska zu verstehen. Die Anwendung meines Fachwissens findet sich in der Fallbearbeitung wieder. (das ist natürlich eine äußerst kritsche Formulierung...)
Die Colitis ulcerosa zählt zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zusammen mit Morbus Crohn.
Bei der Colitis ulcerosa ist der Darm, meist am Rektum beginnend und von dort aus aufsteigend (selten jedoch über das Colon hinaus), stark entzündet. Dies geht mit heftigen Bauchschmerzen und sehr häufigen Stuhlentleerungen einher. Die Ursachen für diese Erkrankung sind noch nicht restlos erforscht aber man geht von autoimmun Prozessen aus, die den Darm angreifen. Die Therapie wird im akuten Schub mit Glucocorticoiden durchgeführt, teilweise wird in dieser Zeit auch parenteral ernährt. Es wird außerdem eine Rezidivprophylaxe gegeben, hierbei handelt es sich um ein weniger hoch dosiertes Glucocorticoid.
Es wird nach einem gewissen Fortschreiten der Krankheit jedem Erkrankten zu einer Proktokolektomie geraten, da die Colitis ulcerosa immer auch ein erhöhtes Risiko für Colon-CA birgt. Danach gelten die Betroffen als geheilt.

 

 

Pflegewissenschaftlich: Pflegeprozess

Franziska findet sich in einer Situation wieder, in der sie eventuell in den nächsten Tagen eine Diagnose gesagt bekommt, die ihr gesamtes Leben verändert wird. Andererseits ist sie auch in einer akuten Situation, die für sie äußerst unangenehm und schmerzhaft ist.
Der Pflegeprozess nach Fiechter und Maier gibt mir die Möglichkeit, sowohl lang- als auch kurzfristige Ziele in der Pflege von F. im Blick zu behalten. Er gliedert sich in den Prozess der Informationssammlung, der Problem- und Ressourcendefinierung, des Setzens von Zielen und des Festlegens von Maßnahmen. Nach der Durchführung dieser Maßnahmen wird eine Evaluation durchgeführt, die nun zu einem erneuten Beginn dieses Kreislaufes führt und so die Feststellungen der Evaluation implementiert.
Ich habe mein Konzept mit dem Gedanken im Hinterkopf geschrieben, dass ich Franziska sowohl kurzfristig gut als auch weitsichtig betreuen will und ihr Anhaltspunkte mit auf den Weg geben will, wie sie zum Beispiel ihr sozial Leben neu ordnen kann mit der Erkrankung.  Der Themenbereich 1 beschäftigt sich ausführlich mit der Informationssammlung, diese habe ich Hinblick darauf gestaltet, möglichst gut Probleme, Ziele und Maßnahmen definieren zu können.

Mittwoch, 26. August 2015

Fallarbeit Tag 1: Mädchen mit Verdacht auf Colitis Ulcerosa. Teil 3

Erfassungskonzept 

Dehydratation 

Ich möchte 1x Schicht die Dehydrationszeichen erfassen und diese dokumentieren: Hautturgor Zustand der Schleimhäute (dunkelrot und glänzend als Zeichen für gute Durchblutung und Hydration) Farbe des Urins (dunkelgelb als Zeichen für Dehydration) Zusätzlich werde ich der Patientin ein Trinkprotokoll bringen, es ihr erklären und sie bitten, es gewissenhaft auszufüllen. Angehörige sollen ebenfalls darüber informiert werden. Auch von uns gegebene Infusionen werden dort eingetragen. 

Mangelernährung 

Franziska soll sich selbst produktiv mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen. Auch wenn es wichtig ist, dass sie sich gut ernährt, möchte ich nicht, dass Thema für sie wie ein strenges Gebot wirkt. Ich werde ihr ein Ernährungsprotokoll geben, worauf sie nach Uhrzeit eintragen kann, was sie gegessen hat. Gleichzeitig kann sie dort eintragen, wann sie Stuhlgang gehabt hat, und ob es Besonderheiten gab wie Verschlechterung oder Verbesserung der Übelkeit,  Auffälligkeiten im Stuhl usw. Eventuell findet sie so ein Muster, welche Speisen eher förderlich und welche eher nachteilig sind. Gleichzeig können wir Pflegende auch ihr Essverhalten einschätzen.  Außerdem werde ich mich mit ihren Eltern über ihr Essverhalten vor dem Ausbruch der Krankheit unterhalten. Franziska soll einmal am Tag gewogen werden um Tendenzen zu erkennen.  

Gefahr der sozialen Isolation 

Hier ist mein Mittel der Wahl die Gesprächsführung. Durch geschickte Fragen möchte ich Franziska dazu bringen, über ihre Situation im Freundeskreis nachzudenken, gleichzeitig möchte ich erfahren, ob sie tatsächlich gefährdet ist, soziale Isolation zu erfahren oder ob sie einen auch in Krisenzeiten stabilen Freundeskreis hat. Ich werde versuchen, kein „enges“ Gespräch zu führen, sondern bei Gelegenheit die ein oder andere Frage zu stellen. Falls sich ein Gespräch entwickelt, kann ich vielleicht noch weiter in die Tiefe gehen. -    wie geht es dir damit, jetzt hier im Krankenhaus zu sein? -    haben deine Freunde dich schonmal besucht? -    ist es dir peinlich, dass du Probleme mit dem Stuhlgang hast, oder kannst du mit deinen Freunden ganz locker darüber reden? -    hast du Freunde die eine Krankheit oder gesundheitliche Einschränkungen? Wie gehen deine Freunde damit um?

Freitag, 21. August 2015

Fallarbeit Tag 1: Mädchen mit Verdacht auf Colitis ulcerosa. Teil 2



Priorisierung


  1. Dehydratation 
  2. Mangelernährung 
  3. Gefahr der sozialen Isolation


Ich habe die Dehydratation zu meiner obersten Priorität gemacht, weil sie sehr gefährlich ist. Franziska verliert über den Stuhlgang viel Wasser, und mit der Einnahme der abführenden Lösung wird dies noch mehr werden. Sobald die Dehydratation behoben wird, wird sich auch ihr Allgemeinbefinden insgesamt verbessern, Schwindel und Müdigkeit wird zurückgehen. Meine 2. Priorität ist die Mangelernährung. Sie hat 4 kg an Gewicht verloren, durch die häufigen Stuhlentleerungen ist der Körper insgesamt mit zu wenig Nährstoffen versorgt worden. Aber gerade in der Pubertät ist eine gute Versorgung mit Nährstoffen wichtig für die Wachstumsprozesse.
Als 3. Problem priorisiere ich die Gefahr der sozialen Isolation. Gerade in Franziskas Alter ist Stuhlgang noch etwas peinliches über das man kaum ernsthaft spricht. Da sie häufig die Toilette aufsuchen muss, fühlt sie sich vielleicht ausgeschlossen. Ihr körperlicher Zustand lässt momentan kaum zu, dass sie sich an der Akrobatikgruppe beteiligt. All diese Faktoren können dazu führen, dass Franziska entweder von selbst in den sozialen Rückzug geht, oder evtl merkt, wie ihr Freundeskreis sich zurückzieht. Jedenfalls muss dieses Thema angesprochen werden, denn es hat einen direkten Einfluss auf ihre weitere persönliche Entwicklung.

Montag, 17. August 2015

Fallarbeit Tag 1: Mädchen mit Verdacht auf Colitis Ulcerosa. Teil 1

Die nächsten 4 Posts werde ich eine Fallarbeit hochladen, die ich vor einigen Wochen als Aufgabe bekommen habe. 
Die Fallsituation ist aus dem hiesigen Examen vom Januar 2014. 
Es geht um ein 15 Jahre altes Mädchen, das mit Verdacht auf Colitis ulcerosa stationär aufgenommen wird. Sie ist das älteste von 3 Kindern, die Eltern leben getrennt. In ihrer Freizeit tritt sie als begeisterte Akteurin einer Akrobatikgruppe auf. Seit 6 Wochen besteht die Symptomatik mit schmerzahftem Stuhldrang, bis zu 15 mal täglichen Entleerungen von schleimigem, blutigem Stuhl. Eine Stuhlprobe ergab keine pathogenen Erreger. 
Sie hat 4 kg Körpergewicht abgenommen, ist sehr blass, müde, antriebsarm. Seit 8 Tagen geht sie nicht mehr zur Schule. Körpertemperatur schwankte zwischen 38,0°C und 38,8°C. 
Momentan ist ihr schwindelig, sie möchte sich gleich ins Bett legen. Am nächsten Tag soll eine Koloskopie stattfinden sie soll eine abführende Trinklösung nehmen. Zusätzlich soll noch Blut entnommen und ein PVK gelegt werden.

Hier der erste Teil meiner Bearbeitung. Irgendwie ist die Tabelle ziemlich leer und wenn ich es durchlese fehlt mir einiges. Vielleicht werde ich irgendwann hiervon eine geupdatete Version hochladen.
Strukturiert habe ich nach der NANDA.



Franziska Kleiser, 15 Jahre, Pubertät, Verdacht auf Colitis ulcerosa

 

 

1)     Gesundheitsförderung


Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Sie treibt Sport (Zirkus und Akrobatikgruppe)
Sie fördert damit, wenn auch unbewusst, ihre körperliche Gesundheit
Pflegediagnose
Maßnahmen




2)     Ernährung


Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
-          F. hat bisher 4kg Körpergewicht abgenommen


-          sie soll eine abführende Trinklösung zu sich nehmen
-          wie ist ihr BMI vorher gewesen?
-          hat sie wegen der Bauchschmerzen auch weniger gegessen?

-          wie viel trinkt sie?

-          durch die Lösung kann es schnell zur Dehydratation kommen, wenn sie nicht dazu genug trinkt. eventuell ist sie durch die vielen Stuhlentleerungen schon zum Zeitpunkt der Aufnahme dehydriert (Schwindel, Blässe, Müdigkeit)

Pflegediagnose
Maßnahmen
Mangelernährung
b.d. überaus häufige Stuhlentleerungen
a.d. Gewichtsverlust von 4kg innerhalb von 6 Wochen
Dehydratation
b.d. Einnahme von abführender Trinklösung zu diagnostischen Zwecken
a.d. Schwindel, Blässe, Müdigkeit
- Tägliche Gewichtskontrolle
- Essprotokoll



- Kontrolle des Hautturgors
- Trinkprotokoll
- Urinbeobachtung (dunkelfärbung als Zeichen für Dehydratation?)




3)     Ausscheidung


Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
-          seit 6 Wochen schmerzhafter Stuhldrang und Diarrhoe
-          bis zu 15x täglich Entleerung von wenig schleimigem Stuhl mit Blutbeimengungen (bisher ohne pathogene Keime)
-          morgen soll Koloskopie stattfinden

Vermutlich ist die Haut im Analbereich schon wund
Gibt es Nahrungsmittel, die dieses Problem verschlimmern?

Pflegediagnose
Maßnahmen








4)     Aktivität/ Ruhe

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Vor allem Nachts häufige Stuhlentleerungen

Franziska ist blass, zunehmend müde, antriebsarm
Sie gibt Schwindel an


Hypothese: Schlafentzug!

Könnte ein Mix aus obigem, körperlicher Erschöpfung und einer evtl schon vorbestehenden Dehydratation sein

Pflegediagnose
Maßnahmen
Gefahr der Thrombose b.d. Bewegungsarmut und Dehydratation


Frowein-TVT-Score

5)     Perzeption/Kognition

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen


Pflegediagnose
Maßnahmen



6)     Selbstwahrnehmung

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Begeisterte Akteurin in Zirkus und Akrobatikgruppe. Jetzt schlechter Allgemeinzustand
Beschämt über sich selbst?
Pflegediagnose
Maßnahmen
Gefahr eines situationsbedingt geringen Selbstwertgefühls
Gespräche führen, Gedanken dazu herausfinden


7)     Rolle/Beziehung

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Älteste von insgesamt 3 Kindern
Eltern leben getrennt, Vater arbeitet im Ausland
Sehr enge Beziehung zur Mutter



Das ist eine Ressource!!
Pflegediagnose
Maßnahmen
Unterbrochene Familienprozesse b.d. beängstigende Erkrankung der Tochter/ Schwester
Gespräche führen, soziales Netz herausfinden, wie geht es Eltern und Geschwistern damit, wo fehlt Hilfe?

8)     Sexualität

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen


Pflegediagnose
Maßnahmen



9)     Coping/Stresstoleranz

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen


Pflegediagnose
Maßnahmen



10)  Lebensprinzipien

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen


Pflegediagnose
Maßnahmen



11) Sicherheit und Schutz

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Abendliche Körpertemperatur 38-38,8°C

Pflegediagnose
Maßnahmen
Hyperthermie
Temperaturkontrolle 1x/ Schicht

12) Wohlbefinden

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Klagt über leichte Bauchschmerzen und Übelkeit

Sie hat eine „Stuhlgangassozierte“ Krankheit
Sie ist in der Pubertät
Macht die ganze Situation noch schlimmer, könnte sie davon abhalten adäquat zu essen

In diesem Alter sehr peinliches Thema
Führt zu sozialem Rückzug?
Pflegediagnose
Maßnahmen
Bauchschmerzen


Übelkeit

Gefahr der sozialen Isolation



Schmerzerfassung auf einer Skala von 1-10 2x/ Schicht.
PQRST
Auch PQRST

Sh. EK




13) Wachstum/Entwicklung.

Merkmal
Bedeutung, Hypothesen, Fragen, Ressourcen
Sie ist 15
Pubertät. Jetzt schlimme Erkrankung. Wie wird sie damit umgehen?
Pflegediagnose
Maßnahmen
Gefahr einer verzögerten Entwicklung
Gespräche führen, Einstellung herausfinden.