Posts mit dem Label Struktur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Struktur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 11. September 2015

Serie "19 Pflegediagnosen": SCHMERZ





Heute will ich mich also mal genauer mit dem Thema "Schmerz" als Pflegediagnose befassen.
So eine Pflegediagnose ist ja immer recht allgemein formuliert und wird erst durch das "bedingt durch"(b/d) und das "angezeigt durch" (a/d) spezifisch für den Fall angepasst. Als ersten Schritt, möchte ich für diese beiden Spezifizierungen ein paar Beispiele nennen, die einem im Examen häufiger begegnen können. Die Ursachen für den Schmerz (Spalte "bedingt durch") sind in der Fallbearbeitung meist eindeutig herauszulesen (anders als im wahren Leben). Allerdings ist "angezeigt durch" oft der Teil, wo man nicht so richtig weiß, was man schreiben soll. Im Notfall flüchtet man sich zu "Äußerungen des Patienten". Leider ist das nicht wirklich beliebt bei den Korrektoren... was also tun? Ein paar Ideen folgen...

Pflegediagnose "Schmerz"

b/d: z.B. Infekte, Brüche, Kopfschmerzen, Gallen-/ Nierensteine, Verletzungen, Wunden, Rheuma/ Arthritis/ arthrotische Veränderungen, chronisch entzündliche Darmkrankheiten
a/d: "Äußerungen des Patienten" (irgendwie gehört es ja schon hierher), Verzerren des Gesichtes, Berühren von schmerzen Stellen oder Schonhaltung/ flache Atmung als Zeichen von Schonatmung, Tachykardie, Hypertonie, Blässe, Kaltschweißigkeit, Bewegungsarmut, allgemein zurückgehende Aktiviät, Appetitlosigkeit, sozialer Rückzug, Launenhaftigkeit

Hier habe ich jetzt mal eine Auswahl von Auffälligkeiten aufgeführt, die bei Schmerz vorkommen könnten. Manches davon steht vielleicht im Fallbeispiel, manches kann man als Vermutung dazu schreiben. Steht beispielsweise im Fallbeispiel nur, dass der Patient über Bauchschmerzen klagt, kann man bei a/d die berühmten "Äußerungen des Patienten" aufführen und zusätzlich schreiben "eventuell hält er sich den Bauch".
Aber redet besser vorher mit euren Lehrern darüber, ob sie diese Vorgehensweise auch zulässig finden, nicht dass ihr nachher wegen meiner Vorschläge Punktabzug bekommt!

Und wie kann es nun konkret in der Analyse eines Falles aussehen, in dem Schmerz vorkommt?
Ich zeig mal, wie ich im Fallbeispiel vorgehe. Wenn ihr eure Analyse nach der NANDA sortiert, wäre Schmerz im Bereich 12: Wohlbefinden am ehesten einzuordnen.

 Merkmale

Dies ist die Spalte, in der am besten wörtlich zitiert wird. Steht im Text "Sarah hält sich den Bauch und wimmert", kann man das in diese Spalte so oder sehr ähnlich hineinbringen. Wichtig ist, hier noch keine Hypothesen einzubringen, also nicht zu schreiben "Sarah hat Schmerzen". Dafür ist die nächste Spalte da.
weitere Beispiele:
1)"Hr. U klagt über Schmerzen." (da braucht man dann auch keine Hypothesen mehr)
2)"Frau O. atmet flach."
3)"Hr. B nimmt immer wieder eine gekrümmte Haltung ein."
4)"Frau A. verzieht das Gesicht, wenn sie läuft, äußert aber nichts dazu."

Bedeutung/ pflegerelevante Fragen/ Ressourcen/ Hypothesen

Hier schreibe ich rein, was mir so alles zu diesem Merkmal einfällt. Wichtig ist, das wirklich hinzuschreiben und nicht zu erwarten, dass der Lehrer das schon hineininterpretiert, dass ihr das wusstet. Das kann ordentlich Punkte kosten (ich spreche hier aus Erfahrung...)
Wenn ihr also wisst, dass eine Schonatmung zu einer Pneumonie führen kann wegen der Atelektasenbildung dann schreibt es auf jeden Fall hin! Wenn ihr nur irgendwie die Pneumoniegefahr drinne habt, ist der Patient zwar nicht gefährdet, aber dem Lehrer ist auch nicht klar, wie viel ihr nun tatsächlich zu dem Thema wusstet.
Bei Sarah's Beispiel (die anderen Beispiele führe ich hier nach Nummer auf) würde das heißen ich schreibe:

Hypothese: Sarah hat Bauchschmerzen
1) -
2) Frau O. atmet flacher wegen Schmerzen im OP-Gebiet (z.B. bei Bauch-Wunde)
3) Hr. B. hat Rückenschmerzen (oder was auch immer zum Fallbeispiel passt)
4) Frau A. hat Schmerzen im Gelenk, möchte diese aber nicht zeigen.

pflegerelevante Fragen: Macht sie das öfter? Anzeichen für etwas bestimmtes? (also mal angenommen, es geht um ein Kind und im Fallbeispiel kommen Eltern vor, die diese Frage beantworten könnten)
1) woher kommen die Schmerzen? Wie lange bestehen sie schon? Wie ist der gewohnte Umgang mit Schmerzen?
2) -
3) Tritt das neu auf, oder ist das schon "gewohnt"? Verschafft das Linderung? Falls Gewohnheit: schon "Folgeschäden" (Bsp. Kopfschmerzen wegen versteifter Haltung des Nackens)
4) warum äußert sie ihre Schmerzen nicht? Was ist ihre Interpretation von Schmerz - ist es unschicklich, so etwas auszudrücken?

Ressourcen: Eltern kennen Sarah und wissen, was ihr in diesen Situation am ehesten hilft.
1) Kann Schmerzen benennen und damit um Hilfe bitten
2) puuuh. Je nach Fallbeispiel. Vielleicht die Tochter, die nach ihr schaut. (!?)
3) Auch hier eventuell auf Angehörige im Fallbeispiel verweisen.
4) Vielleicht die Bettnachbarin, die offener mit ihren Schmerzen umgeht, dafür aber besser eingestellt ist (quasi als positives Beispiel)
 Ihr seht, Ressourcen sind nicht gerade meine Stärke. Oft bin ich versucht, Dinge da hineinzuschreiben, die eigentlich Maßnahmen sind. Andererseits fällt es mir schwer, Ressourcen zu erkennen.

Bedeutung: Sarah geht es jetzt nicht gut, sie braucht Linderung. Hat sie Schmerzen, kann dies den Krankenhausaufenthalt für sie emotional noch schlimmer machen.
1) Bedeutet, dass der Patient jetzt solange in einer äußert unangenehmen Lage ist, bis die Schmerzen nachlassen. Ich habe also direkt die Möglichkeit auf sein Wohlbefinden Einfluss zu nehmen, indem ich ihm zügig physikalische Maßnahmen oder Bedarfsmedikation anbiete, eventuell den Arzt verständige.
2) Schonatmung führt zu einer Mangelbelüftung von Teilen der Lunge, dort kann es zu Atelektasen kommen, die einen idealen Nährboden für eine Infektion darstellen --> Pneumoniegefahr!!
Außerdem ist der Patientin dieser Umstand möglicherweise nichtmal bewusst, oder sie hat sich an diese Form der Atmung gewöhnt, obwohl die Schmerzen nur noch kaum vorhanden sind. Das Wiederherstellen einer physiologischen Atmung, u.A. durch optimale Schmerzeinstellung, hat also auch direkten Einfluss auf die Länge ihres Krankenhausaufenthalts.
4) Schmerz, der nicht geäußert wird, wird oft nicht behandelt. Es kann zur Ausprägung eines Schmerzgedächtnisses kommen. Außerdem ist die Lebensqualität der Patientin durch dauerhaften, latenten aber unterdrücktem Schmerz stark eingeschränkt und kann direkten EInfluss auf ihr tägliches Leben und ihre sozialen Kontakte haben. Die Patientin zu einem anderen Schmerzverhalten zu ermuntern kann also möglicherweise bedeuten, ihr zu einem als angenehmer empfundenem Leben zu verhelfen.

Soweit also mal die Analyse. Nun möchte ich noch auf die Aufgaben bzw. das Handlungskonzept eingehen, das heißt ich versuche jetzt mal einen "Standart-Mittelweg" zu finden, den ich dann im Examen mit Verfeinerungen auf das Fallbeispiel anwenden kann. Dazu unterteile ich nach Tag 1 und Tag 2:

Tag 1 (Erfassung)

Aufgabe: Erfassen des aktuellen Schmerzes und seiner Auswirkungen, der Herkunft, von Schmerzgewohnheiten und Hilfreichem

Erfassungskonzept:
- Abfragen der PQRST-Skala 1x/ Schicht:
P- Provokation (Auslöser) und Palliation (Linderung)
Q- Qualität (Art: ziehend, stechend, drückend, dumpf, kolikartig)
R- Radiation (Ausstrahlung in andere Körpergebiete oder auch: welche andere Lebensgebeite werden davon beeinflusst?)
S- Skala (Schmerzintensität in 0-10, 10 ist das allerschlimmste)
T-Timing (wann tritt es auf?)

-Zusätzliches Abfragen der 0-10 Skala 1x/ Schicht bis stündlich (je nach Situation). IMMER bei Schmerzäußerungen, vor und nach Mobilisation oder anderen Anwendungen
- allgemeinen Umgang mit Schmerz herausfinden/ Erfahrungen mit Schmerzäußerungen im Gespräch herausfinden (in Fällen wie Nr 4) Ist Schmerz etwas bedrohliches, etwas peinliches oder eher etwas, was einem Aufmerksamkeit verschafft (okay, hier muss man sehr vorsichtig sein mit Unterstellungen!)
- Erfragen von Hilfreichem, bei Patienten mit Rheuma beispielsweise ob eher Wärme oder Kälte hilfreich ist. Ebenso: Lieber Ruhe oder Ablenkeung? Wie schnell wollen Medis genommen werden? Erst wenn es gar nicht  mehr geht oder gleich zum Abfangen? Ist Familienanwesenheit bei Schmerzen eher angenehm und förderlich oder sollte Besuch eher "abgeblockt" werden?

Das ist ein Erfassungskonzept? Naja, geht so. Ich weiß, da geht noch was. Und ihr? Was sagt ihr dazu? Was fehlt euch? Was muss für euch IMMER IMMER am Tag 1 rein bei Schmerz?
Den Tag 2 gibts später, also am Samstag.
Also, lernt schön bis dahin und vergesst nicht zu kommentieren!






Dienstag, 8. September 2015

Serie: 19 Pflegediagnosen für's Examen

Mit diesem Post startet eine Serie, die mich (und euch) auf einem allgemeineren Level aufs Examen vorbereiten soll. Bis Mitte November werde ich jeweils Dienstags und Freitags eine Pflegediagnose vorstellen, bei der die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sie einem im Examen begegnet. Übelkeit, Schmerz, Verwirrtheit, soziale Isolation... die Häufung dieser Diagnosen in den Fallarbeiten ist auffallend. Im Unterricht wurde uns nun schon öfter der Tipp gegeben, einfach mal die Diagnosen auf einem allgemeinen Level auszuarbeiten, so gründlich und gut durchdacht wie möglich. Im Examen kann man dann aus den Vollen schöpfen. 
Ich mach das Ganze also öffentlich. Mag jemand mitmachen? Einfach den Link in den Kommentaren teilen. Das spornt an und jeder profitiert davon. 

Konstruktive Kritik oder weitere Ideen sind auch sehr gern gesehen.

Also, los gehts so richtig am Freitag mit dem Thema Schmerz. 
Jeder ist schonmal damit konfrontiert worden, aber können wir auch professionell damit umgehen?

Donnerstag, 6. August 2015

Wie begründe ich am Tag 3 des schriftlichen Examens mit dem Qualitätsmanagament?



Das versuche ich auch gerade herauszufinden! Hier mal ein Versuch. 
Vor ein paar Tagen haben wir eine Probeklausur geschrieben, vielleicht bin ich schlauer, wenn ich diese korrigiert zurück hab. Ich werd‘s euch wissen lassen.

Wir stellen uns mal vor im Fallbeispiel geht es um gehäuft auftretende Dekubitalgeschwüre auf einer chirurgischen Station.


Begründung der Auswahl: Die Qualität der Pflege in einem Krankenhauses ist nicht nur von entscheidendem Wert für das Haus, sondern kann unter Umständen für einen oder mehrere Patienten den Unterschied zwischen Tod und Leben ausmachen. Während einmalige, tragische Fehler auch in der Pflege passieren und leider selten vermeidbar sind, gibt es auch „Gewohnheitsfehler“ oder „Fehler eines Systems“ wie zum Beispiel einer Station, die durchaus vermeidbar sind. Im vorliegenden Fall geht es um einen solchen „Systemfehler“. Der Umgang der Pflege mit dem Risiko eines Dekubitus ist unzureichend und hat schon zu vielen Patientenschädigungen geführt. Diese wären auf einfache Art und Weise zu verhindern gewesen, hätte es ein gutes Qualitätsmanagement bezüglich des Umgangs mit der Gefahr eines Dekubitus gegeben. Wird Qualitätsmanagement angewandt, ergibt sich also ein Nutzen sowohl für die Patienten als auch für das Krankenhaus. Doch nicht nur der Nutzen des Qualitätsmanagement veranlasst die Krankenhäuser dazu, dies anzuwenden, sondern auch eine gesetzliche Pflicht, denn nach dem SGBV sind Krankenhäuser und auch weitere Einrichtungen dazu verpflichtet einrichtungsinternes und einrichtungsübergreifendes Qualitätsmanagement durchzuführen.

Darstellung des Konzepts: „Qualitätsmanagement“ ist, was eine Firma, ein Unternehmen oder eben ein Krankenhaus macht um die Qualität – in diesem Fall der Pflege – zu erheben, bewerten, vergleichen, lenken und zu verbessern.  Hierbei „denkt“ Qualitätsmanagement auf 3 verschiedenen Ebenen der Qualität: Struktur, Prozess und Ergebnis. Strukturqualität stellen die Rahmenbedingungen da, wie zum Beispiel Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter. Die Prozessqualität ist das, was tatsächlich für den Patienten (Bsp. Pflegeplanung) oder am Patienten (Bsp. Körperpflege) durchgeführt wird. Als Ergebnisqualität wird das Outcome bezeichnet. Nach A. Donabedian geht es also um die Frage, ob die tatsächlich durchgeführte Pflege den zuvor formulierten Pflegezielen entsprach. Dabei geht es natürlich auch um die Zufriedenheit des Patienten.
Arbeiten tut das Qualitätsmanagement nach der Struktur des PDCA-Zyklus. 

Umsetzung des Konzepts:

Wie ich das Wissen über diesen PDCA-Zyklus im Fallbeispiel umgesetzt habe, ist am Beispiel von „plan“ kursiv geschrieben zu lesen.


P= Plan:
-          Aufnahme des Ist-Zustandes mit Feststellung von Defiziten (es sind in den letzten 4 Wochen 3 Dekubitalgeschwüre neu aufgetreten. Defizit ist eindeutig die fehlende Hautkontrolle bei gefährdeten Patienten)
-          Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Behebung dieser Defizite (Ziel: Es treten keine erneuten Dekubitalgeschwüre auf. Maßnahme: Fortbildung zum Thema „Verhinderung eines Dekubitus“. Dokument einführen, auf dem alle gefährdeten Patienten gelistet sind und wo die Hautkontrolle mit Kürzel abgezeichnet werden muss)
-          Festlegung von Verantwortlichkeiten und Zeitrahmen (5 Mitarbeiter, Fortbildung soll in 3 Wochen stattfinden (insgesamt 3-mal), hierbei wird das Dokument zur Dokumentation der Hautkontrolle offiziell eingeführt.)

D= Do (Ausführung):

-          der Plan wird von den Mitarbeitern unter Aufsicht des QM‘s ausgeführt

C=Check:

-          Überprüfung, ob die Maßnahmen Erfolg gehabt haben

A=Act 

-          je nach Ergebnis vom „Check“ anpassen der Maßnahmen. Der Zyklus beginnt von vorne.

Was meint ihr dazu? Kennt ihr eine bessere Lösung? Was mich vor allem interessiert: Habt ihr einen Plan, wie man die Umsetzung, die man im Konzeot geschireben hat, besser darstellen kann, als das mit in die Tabelle einzubauen? So zum Beispiel einen super prägnant-charmanten Satz?
Falls ja, hinterlasst einfach einen Kommentar, ich wäre super dankbar!



Montag, 3. August 2015

was macht QM in der Pflege?


Qualitätsmangament ist das, was den meisten von uns vielleicht etwas schwammig vorkommt und was wir möglicherweise hauptsächlich mit Zertifizierung verbinden.

Worum aber geht es genau? Und was bringt uns das? Kann QM die Entstehung eines Dekubitus verhindern?

nach der DIN EN ISO Norm 9000:2005 ist das hier Qualitätsmanagament:
alle Tätigkeiten zum Leiten und Lenken eines Krankenhauses bzw. einer Pflegeeinrichtung, die dazu dienen, die Qualität der angebotenen Dienstleistung zu verbessern.
Wow! Klingt ja fantastisch. Und kann alles heißen. 

Das heißt, dass es in Gesundheitsunternehmen Stellen oder Stabsstellen gibt, die sich mit dem
o   Lenken
o   Leiten
o   Kontrollieren
aller Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsteigerung beschäftigen.

Und was machen sie da so?
o   Qualitätsziele festlegen
o   Qualitätspolitik festlegen
o   Maßnahmen zur Qualitätspolitik planen
o   Verantwortlichkeiten festlegen
o   Qualitätskontrollen durchführen

und warum machen die das so?

Grundsätze des QM
o   Kundenorientierung (Zufriedenheit des Kunden steht im Mittelpunkt)
o   Verantwortung der Unternehmensleitung (es müssen den Mitarbeitern die erforderlichen Bedingungen geschaffen werden um Ziele zu erreichen; dies leisten Führungspersonen)
o   Mitarbeiterorientierung (Mitarbeiterqualifikation sichern und Mitarbeitermotivation fördern)
o   Prozessorientierter Ansatz (Beschreibung notwendiger Teilschritte wie in Pflegestandarts)
o   systemorientierter Managementansatz (alles gehört in ein System (Zahnradprinzip), Prozesse müssen also aufeinander abgestimmt sein)
o   ständige Verbesserung (auch in guten Zeiten)
o   Zusammenarbeit (ein Krankenhaus arbeitet mit vielen verschiedenen Anbietern zusammen wie zum Beispiel einer Wäscherei. Es kommt zu einem Abhängigkeitsverhältnis. Ziel sollten deshalb positive Geschäftskontakte sein)

wie denken QMler?
QMler denken im Kreis. Nein ehrlich. Der Kreis hat sogar einen Namen:
PDCA-Zyklus
Aha. Und was wollen die damit?
die wollen:

P-Plan(en) 
 -wie ist grad der Ist-Zustand?
- was sind unsere Defizite?
- was ist unser Ziel zur Behebung der Defizite?
- und was brauchen wir dafür für Maßnahmen?
- wer ist wofür verantwortlich?
- welchen Zeitrahmen haben wir dafür?

D-Do (was TUN! wie sagte Goethe noch? Erfolg hat 3 Buchstaben…)
wer tut was?
na wir! Die Mitarbeiter :)
wer beaufsichtigt uns dabei? Das QM

C-Check
Jetzt ist das QM wieder dran. Es schaut nach, ob die Maßnahmen was gebracht haben.

Act – Anpassen
wenn die Maßnahmen nicht ganz erfolgreich waren, werden diese nun angepasst. Der Zyklus fängt wieder neu an.


Lieber nochmal am Beispiel?
Nagut.
Plan: 
  • In letzter Zeit sind auf einer chirurgischen Station vermehrt Wundinfektionen aufgetreten (Ist-Zustand).
  • eine Befragung ergibt, das viele Pflegkräfte auf der gefäßchirurgischen Station sich nicht auf dem neuesten Stand zum Thema „hygienisches Vorgehen beim Verbandswechsel“ fühlen (Defizit)
  • jede Pflegekraft soll zum optimalen Vorgehen beim Verbandswechsel informiert sein und sich dazu imstande fühlen. Die Rate der Wundinfektionen soll um mindestens 30% in den nächsten 6 Monaten sinken (Ziel)
  • Maßnahmen: Fortbildung anbieten, Leitlinie ausarbeiten
  • Verantwortlichkeit: Bildung einer Arbeitsgruppe von 6 Personen
  • Zeitrahmen: Leitlinie soll in 2 Monate fertig sein, jedes Teammitglied soll in 3 Monaten an der stationsinternen Fortbildung teilgenommen haben, die insgesamt 3-mal stattfinden soll.
Do: 
  • Bildung der Arbeitsgruppe
  • Ausarbeiten der Leitlinie
  • Ausarbeiten der Fortbildung
  • Halten der Fortbildungen
Check:  

Nach 4 Monaten werden alle Mitarbeiter der Station gebeten einen Fragebogen auszufüllen. Folgende Fragen sollen beantwortet werden:
  • hat die Fortbildung eine Wissenserweiterung zum Thema bewirkt?
  • sind die Angebotenen Lösungen praktikabel?
  • Häufigkeit in % wie oft das neue Wissen angewendet wurde im Verhältnis zu den durchgeführten Verbandswechseln
    Ist die Leitlinie hilfreich?
Zusätzlich wird die Rate der Wundinfektionen dokumentiert und nach 6 Monaten ausgewertet, ob es zum angestrebten Rückgang um 30% gekommen ist.

Act:  

Die Resonanz der Mitarbeiter war in der großen Mehrheit sehr positiv, jedoch ist es nicht zum gewünschten Rückgang gekommen. Im Durchschnitt gaben die Mitarbeiter an, etwa 60% der Verbandswechsel gemäß ihres neu erworbenen Wissens durchzuführen.
Da dies als primäre Ursache für den nicht zufriedenstellenden Rückgang der Wundinfektionen angesehen wird, wird eine erneute Mitarbeiterbefragung durchgeführt, in der nach den Ursachen für die recht geringe Prozentzahl an Umsetzung gesucht wird.

Auch hier habe ich wieder einige der Informationen aus "I Care", Band Pflege, 2015, vom Georg Thieme Verlag, S.232ff. 

  Da ist meiner Meinung nach, das was man zum Thema QM in der Pflege wissen sollte sehr schön zusammengefasst. Definitive Empfehlung von mir!



Donnerstag, 30. Juli 2015

Qualität in der Pflege



Ich möchte diesen Blog inhaltlich mit etwas ganz Wichtigem beginnen: der Qualität in der Pflege. 
Pflege ist eine Dienstleistung. Wenn ich jemandem einen defekten Toaster verkaufe, kann er das Produkt zurückgeben und erhält ein neues. Wenn ich qualitativ schlecht pflege, kann das jemandem das Leben kosten. Ich kann dafür belangt werden, aber es ist nicht möglich, etwas rückgängig zu machen.

Nachdem wir also diese Grundannahme geklärt haben, widmen wir uns doch der Frage:

Was ist Qualität in der Pflege?

Nach Avedis Donabedian entspricht die Qualität der Pflege dem „Grad der Übereinstimmung zwischen den Zielen der Berufsgruppe Pflege und der wirklich geleisteten Pflege“

Sie kann unter 3 Gesichtspunkten beurteilt werden: 

-          Strukturqualität der Pflege: Rahmenbedingungen unter denen die pflegerischen Leistungen erbracht werden. Das können Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter sein aber auch die Hilfsmittelausstattung

-          Prozessqualität der Pflege: Hier geht es um das, was am Patienten oder auch für den Patienten getan wird, wie zum Beispiel die Pflegeplanung erarbeiten, ihn zu waschen und dies zu dokumentieren. Pflegestandarts zählen auch in die Prozessqualität hinein.

-          Ergebnisqualität in der Pflege: Hier geht es um das Ergebnis der Versorgungsleistung. Wurde das geplante Pflegeziel erreicht? 
     Kriterien:
o    Zufriedenheit der Patienten mit der Behandlung
o   Behandlungserfolg
o   Mitarbeiterzufriedenheit
Wird Struktur und Prozessqualität verbessert, steigt auch die Ergebnisqualität.

Soweit so gut. Nun zu der Frage, wie man Pflegequalität einteilen kann. Hier finden wir ein Stufenmodell. Ich bin mir sicher, dass jeder schonmal etwas von der Stufe 0 gehört hat, besonders in entsprechend Medienberichten über die Qualität von Pflegeeinrichtungen. Und mal ehrlich: Klingt Stufe 3 nicht einfach traumhaft?
Stufen der Pflegequalität nach Fiechter und Meier

Stufe 0: „gefährliche Pflege“. Der Patient ist durch Pflegefehler gefährdet und kann Schäden wie Dekubitalgeschwüre erleiden.
Stufe 1: „sichere Pflege“. Die notwendige Pflege wird erbracht. Der Patient ist durch die Pflege nicht gefährdet und kann durch sie keinen Schaden erleiden.
Stufe 2: „angemessene Pflege“. Das Streben nach Selbstständigkeit wird unterstützt. Der Patient enthält im möglichen Rahmen Hilfen um seine Bedürfnisse zu befriedigen
Stufe 3: „optimale Pflege“. Dem Patienten werden individuelle Hilfe und Unterstützung geboten, die ihm helfen seine Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen und seine Bedürfnisse zu befriedigen. Sowohl er als auch seine Angehörigen sind allumfassend informiert und in die Pflegeplanung mit einbezogen. Es werden ihm gegebenenfalls Wahlmöglichkeiten angeboten.

Warum das Ganze?
Natürlich haben Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ein eigenes Interesse an der Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität (zumindest auf einem gewissen Niveau). 
Hierzu besteht aber zusätzlich auch eine gesetzliche Verpflichtung, die sich hauptsächlich im 5. und 11. Sozialgesetzbuch sowie im Heimgesetz findet.

SGB V – Regelungen für das Krankenhaus
§ 70 Qualität, Humanität und Wirtschaftlichkeit
(1) Die Krankenkassen und die Leistungserbringer haben eine bedarfsgerechte und gleichmäßige, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Versorgung der Versicherten zu gewährleisten. Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten und muss in der fachlich gebotenen Qualität sowie wirtschaftlich erbracht werden.
(2) Die Krankenkassen und die Leistungserbringer haben durch geeignete Maßnahmen auf eine humane Krankenbehandlung ihrer Versicherten hinzuwirken.

(aus: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__70.html
Hervorhebungen von mir)

§ 135a SGB V Verpflichtung zur Qualitätssicherung
(1) Die Leistungserbringer sind zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Die Leistungen müssen dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen und in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden.
(2) Vertragsärzte, medizinische Versorgungszentren, zugelassene Krankenhäuser, Erbringer von Vorsorgeleistungen oder Rehabilitationsmaßnahmen und Einrichtungen, mit denen ein Versorgungsvertrag nach § 111a besteht, sind nach Maßgabe der §§ 137 und 137d verpflichtet,
1.
sich an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen, die insbesondere zum Ziel haben, die Ergebnisqualität zu verbessern und
2.
einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln, wozu in Krankenhäusern auch die Verpflichtung zur Durchführung eines patientenorientierten Beschwerdemanagements gehört.
(3) Meldungen und Daten aus einrichtungsinternen und einrichtungsübergreifenden Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen nach Absatz 2 in Verbindung mit § 137 Absatz 1d dürfen im Rechtsverkehr nicht zum Nachteil des Meldenden verwendet werden. Dies gilt nicht, soweit die Verwendung zur Verfolgung einer Straftat, die im Höchstmaß mit mehr als fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist und auch im Einzelfall besonders schwer wiegt, erforderlich ist und die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsorts des Beschuldigten auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre.
(aus: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/135a.html
Hervorhebungen von mir)

Es gibt also einen Unterschied zwischen in- und externer Qualitätsicherung. Und wie sieht das konkret aus?

interne Qualitätsicherung:
Hierfür gibt es vom Gesetzgeber keine konkreten Konzepte oder Instrumente. Auch die 2005 veröffentlichte Erarbeitung der grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagament des G-BA enthält keine konkreten inhaltlichen Angaben. Aus diesem Grund sind die internen Qualitätsmanagementsysteme in jedem Krankenhaus unterschiedlich

externe Qualitätssicherung:
Anders sieht es bei der externen Qualitätsicherung aus. Hier hat der G-BA ein Verfahren erarbeitet, dass für ausgewählte Bereiche unterschiedliche Qualitätsmerkmale dokumentiert.
Beispiel: Wie oft tritt ein Wundhämatom nach Behandlung einer hüftgelenknahen Femurfraktur auf?
Jedes Krankenhaus leitet seine Daten an eine zentrale Auswertungsstelle weiter und erhält daraufhin anonymisierte Ergebnisse aller Auswertungen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit ihre Leistungen im Vergleich einzuschätzen.


Auch das SGB XI und das Heimgestz spielen eine wichtige Rolle, ich werde jedoch in diesem Teil nicht weiter darauf eingehen, da es mir vor allem um Pflegequalität im Krankenhaus ging.

Dies waren quasi ein paar "Trockenübungen" zum Thema Pflegequalität.
Im nächsten Post will ich die Masterfrage: „Was macht eigentlich QM in der Pflege?“ beantworten. Bleibt dran!

Achja... falls ihr euch fragt, wo ich all diese wunderbaren Informationen her habe: "I Care", Band Pflege, 2015, vom Georg Thieme Verlag, S.232ff. 
Ich kann damit wunderbar lernen und hab die benötigten Informationen toll zusammengefasst gefunden. Definitive Empfehlung von mir!