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Dienstag, 11. August 2015

Wie begründe ich am Tag 3 des schriftlichen Examens mit dem Pflegeprozess?

Hier einmal mein Versuch dazu. Wir stellen uns nochmal vor, im Fallbeispiel geht es um gehäuft auftretende Dekubitalgeschwüre auf einer chirurgischen Station.


Begründung der Auswahl: In dem vorliegendem Fallbeispiel passieren Pflegefehler: Es kommt zu dem gehäuften Neuauftreten von Dekubitalgeschwüren. Dieses zu verhindern wäre möglich gewesen, wenn die Schritte des Pflegeprozesses im Hinblick auf das Dekubitusrisiko konsequent durchgeführt worden wären. Deshalb habe ich mich für die Begründung meiner Arbeit für den Pflegeprozess nach Fiechter und Meier entschieden. Dieser hilft mir, zu erkennen, wo im Prozess Fehler passieren und wo in der Folge angesetzt werden muss, um das Auftreten von Dekubitalgeschwüren zu verhindern.


Darstellung des Modells:  Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier stellt Pflege in sechs Schritten da: 
1. Das Sammeln von Informationen (Anamnese, auch Einschätzen von Risiken)
2. Beschreiben von Problemen und Ressourcen
3. Festlegung von Zielen
4. Planen von Maßnahmen
5. Durchführen von Maßnahmen
6. Überprüfen der Ergebnisse und Anpassung der Planung

Umsetzung des Modells: In meiner Arbeit habe ich den Pflegeprozess umgesetzt, indem ich das Problem im ersten Schritt des Pflegeprozesses, dem Sammeln von Informationen lokalisiert habe. Im vorliegenden Fallbeispiel liegt ein Problem darin, dass das Dekubitusrisiko der Patienten nicht systematisch eingeschätzt und deshalb auch keine Maßnahmen gegen eine Dekubitusentstehung eingeleitet werden. Durch die Maßnahmen in meinem Handlungskonzept, wie zum Beispiel die Einführung einer für jeden Patienten verplichtend durchzuführenden Überprüfung des Dekubistusrisikos bei der Aufnahme, wirke ich diesem Problem aktiv entgegen.


Das wars auch schon wieder. Es soll ja auch noch plausibel sein, sein Examen in der vorgegebenen Zeit zu schreiben. Was sagt ihr dazu? Denkt ihr, dass das reicht? Sind alle wichtigen Infos drin? Hilft euch das weiter? 
Ich freu mich über jeden hilfreichen Kommentar!

Donnerstag, 6. August 2015

Wie begründe ich am Tag 3 des schriftlichen Examens mit dem Qualitätsmanagament?



Das versuche ich auch gerade herauszufinden! Hier mal ein Versuch. 
Vor ein paar Tagen haben wir eine Probeklausur geschrieben, vielleicht bin ich schlauer, wenn ich diese korrigiert zurück hab. Ich werd‘s euch wissen lassen.

Wir stellen uns mal vor im Fallbeispiel geht es um gehäuft auftretende Dekubitalgeschwüre auf einer chirurgischen Station.


Begründung der Auswahl: Die Qualität der Pflege in einem Krankenhauses ist nicht nur von entscheidendem Wert für das Haus, sondern kann unter Umständen für einen oder mehrere Patienten den Unterschied zwischen Tod und Leben ausmachen. Während einmalige, tragische Fehler auch in der Pflege passieren und leider selten vermeidbar sind, gibt es auch „Gewohnheitsfehler“ oder „Fehler eines Systems“ wie zum Beispiel einer Station, die durchaus vermeidbar sind. Im vorliegenden Fall geht es um einen solchen „Systemfehler“. Der Umgang der Pflege mit dem Risiko eines Dekubitus ist unzureichend und hat schon zu vielen Patientenschädigungen geführt. Diese wären auf einfache Art und Weise zu verhindern gewesen, hätte es ein gutes Qualitätsmanagement bezüglich des Umgangs mit der Gefahr eines Dekubitus gegeben. Wird Qualitätsmanagement angewandt, ergibt sich also ein Nutzen sowohl für die Patienten als auch für das Krankenhaus. Doch nicht nur der Nutzen des Qualitätsmanagement veranlasst die Krankenhäuser dazu, dies anzuwenden, sondern auch eine gesetzliche Pflicht, denn nach dem SGBV sind Krankenhäuser und auch weitere Einrichtungen dazu verpflichtet einrichtungsinternes und einrichtungsübergreifendes Qualitätsmanagement durchzuführen.

Darstellung des Konzepts: „Qualitätsmanagement“ ist, was eine Firma, ein Unternehmen oder eben ein Krankenhaus macht um die Qualität – in diesem Fall der Pflege – zu erheben, bewerten, vergleichen, lenken und zu verbessern.  Hierbei „denkt“ Qualitätsmanagement auf 3 verschiedenen Ebenen der Qualität: Struktur, Prozess und Ergebnis. Strukturqualität stellen die Rahmenbedingungen da, wie zum Beispiel Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter. Die Prozessqualität ist das, was tatsächlich für den Patienten (Bsp. Pflegeplanung) oder am Patienten (Bsp. Körperpflege) durchgeführt wird. Als Ergebnisqualität wird das Outcome bezeichnet. Nach A. Donabedian geht es also um die Frage, ob die tatsächlich durchgeführte Pflege den zuvor formulierten Pflegezielen entsprach. Dabei geht es natürlich auch um die Zufriedenheit des Patienten.
Arbeiten tut das Qualitätsmanagement nach der Struktur des PDCA-Zyklus. 

Umsetzung des Konzepts:

Wie ich das Wissen über diesen PDCA-Zyklus im Fallbeispiel umgesetzt habe, ist am Beispiel von „plan“ kursiv geschrieben zu lesen.


P= Plan:
-          Aufnahme des Ist-Zustandes mit Feststellung von Defiziten (es sind in den letzten 4 Wochen 3 Dekubitalgeschwüre neu aufgetreten. Defizit ist eindeutig die fehlende Hautkontrolle bei gefährdeten Patienten)
-          Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Behebung dieser Defizite (Ziel: Es treten keine erneuten Dekubitalgeschwüre auf. Maßnahme: Fortbildung zum Thema „Verhinderung eines Dekubitus“. Dokument einführen, auf dem alle gefährdeten Patienten gelistet sind und wo die Hautkontrolle mit Kürzel abgezeichnet werden muss)
-          Festlegung von Verantwortlichkeiten und Zeitrahmen (5 Mitarbeiter, Fortbildung soll in 3 Wochen stattfinden (insgesamt 3-mal), hierbei wird das Dokument zur Dokumentation der Hautkontrolle offiziell eingeführt.)

D= Do (Ausführung):

-          der Plan wird von den Mitarbeitern unter Aufsicht des QM‘s ausgeführt

C=Check:

-          Überprüfung, ob die Maßnahmen Erfolg gehabt haben

A=Act 

-          je nach Ergebnis vom „Check“ anpassen der Maßnahmen. Der Zyklus beginnt von vorne.

Was meint ihr dazu? Kennt ihr eine bessere Lösung? Was mich vor allem interessiert: Habt ihr einen Plan, wie man die Umsetzung, die man im Konzeot geschireben hat, besser darstellen kann, als das mit in die Tabelle einzubauen? So zum Beispiel einen super prägnant-charmanten Satz?
Falls ja, hinterlasst einfach einen Kommentar, ich wäre super dankbar!



Montag, 3. August 2015

was macht QM in der Pflege?


Qualitätsmangament ist das, was den meisten von uns vielleicht etwas schwammig vorkommt und was wir möglicherweise hauptsächlich mit Zertifizierung verbinden.

Worum aber geht es genau? Und was bringt uns das? Kann QM die Entstehung eines Dekubitus verhindern?

nach der DIN EN ISO Norm 9000:2005 ist das hier Qualitätsmanagament:
alle Tätigkeiten zum Leiten und Lenken eines Krankenhauses bzw. einer Pflegeeinrichtung, die dazu dienen, die Qualität der angebotenen Dienstleistung zu verbessern.
Wow! Klingt ja fantastisch. Und kann alles heißen. 

Das heißt, dass es in Gesundheitsunternehmen Stellen oder Stabsstellen gibt, die sich mit dem
o   Lenken
o   Leiten
o   Kontrollieren
aller Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsteigerung beschäftigen.

Und was machen sie da so?
o   Qualitätsziele festlegen
o   Qualitätspolitik festlegen
o   Maßnahmen zur Qualitätspolitik planen
o   Verantwortlichkeiten festlegen
o   Qualitätskontrollen durchführen

und warum machen die das so?

Grundsätze des QM
o   Kundenorientierung (Zufriedenheit des Kunden steht im Mittelpunkt)
o   Verantwortung der Unternehmensleitung (es müssen den Mitarbeitern die erforderlichen Bedingungen geschaffen werden um Ziele zu erreichen; dies leisten Führungspersonen)
o   Mitarbeiterorientierung (Mitarbeiterqualifikation sichern und Mitarbeitermotivation fördern)
o   Prozessorientierter Ansatz (Beschreibung notwendiger Teilschritte wie in Pflegestandarts)
o   systemorientierter Managementansatz (alles gehört in ein System (Zahnradprinzip), Prozesse müssen also aufeinander abgestimmt sein)
o   ständige Verbesserung (auch in guten Zeiten)
o   Zusammenarbeit (ein Krankenhaus arbeitet mit vielen verschiedenen Anbietern zusammen wie zum Beispiel einer Wäscherei. Es kommt zu einem Abhängigkeitsverhältnis. Ziel sollten deshalb positive Geschäftskontakte sein)

wie denken QMler?
QMler denken im Kreis. Nein ehrlich. Der Kreis hat sogar einen Namen:
PDCA-Zyklus
Aha. Und was wollen die damit?
die wollen:

P-Plan(en) 
 -wie ist grad der Ist-Zustand?
- was sind unsere Defizite?
- was ist unser Ziel zur Behebung der Defizite?
- und was brauchen wir dafür für Maßnahmen?
- wer ist wofür verantwortlich?
- welchen Zeitrahmen haben wir dafür?

D-Do (was TUN! wie sagte Goethe noch? Erfolg hat 3 Buchstaben…)
wer tut was?
na wir! Die Mitarbeiter :)
wer beaufsichtigt uns dabei? Das QM

C-Check
Jetzt ist das QM wieder dran. Es schaut nach, ob die Maßnahmen was gebracht haben.

Act – Anpassen
wenn die Maßnahmen nicht ganz erfolgreich waren, werden diese nun angepasst. Der Zyklus fängt wieder neu an.


Lieber nochmal am Beispiel?
Nagut.
Plan: 
  • In letzter Zeit sind auf einer chirurgischen Station vermehrt Wundinfektionen aufgetreten (Ist-Zustand).
  • eine Befragung ergibt, das viele Pflegkräfte auf der gefäßchirurgischen Station sich nicht auf dem neuesten Stand zum Thema „hygienisches Vorgehen beim Verbandswechsel“ fühlen (Defizit)
  • jede Pflegekraft soll zum optimalen Vorgehen beim Verbandswechsel informiert sein und sich dazu imstande fühlen. Die Rate der Wundinfektionen soll um mindestens 30% in den nächsten 6 Monaten sinken (Ziel)
  • Maßnahmen: Fortbildung anbieten, Leitlinie ausarbeiten
  • Verantwortlichkeit: Bildung einer Arbeitsgruppe von 6 Personen
  • Zeitrahmen: Leitlinie soll in 2 Monate fertig sein, jedes Teammitglied soll in 3 Monaten an der stationsinternen Fortbildung teilgenommen haben, die insgesamt 3-mal stattfinden soll.
Do: 
  • Bildung der Arbeitsgruppe
  • Ausarbeiten der Leitlinie
  • Ausarbeiten der Fortbildung
  • Halten der Fortbildungen
Check:  

Nach 4 Monaten werden alle Mitarbeiter der Station gebeten einen Fragebogen auszufüllen. Folgende Fragen sollen beantwortet werden:
  • hat die Fortbildung eine Wissenserweiterung zum Thema bewirkt?
  • sind die Angebotenen Lösungen praktikabel?
  • Häufigkeit in % wie oft das neue Wissen angewendet wurde im Verhältnis zu den durchgeführten Verbandswechseln
    Ist die Leitlinie hilfreich?
Zusätzlich wird die Rate der Wundinfektionen dokumentiert und nach 6 Monaten ausgewertet, ob es zum angestrebten Rückgang um 30% gekommen ist.

Act:  

Die Resonanz der Mitarbeiter war in der großen Mehrheit sehr positiv, jedoch ist es nicht zum gewünschten Rückgang gekommen. Im Durchschnitt gaben die Mitarbeiter an, etwa 60% der Verbandswechsel gemäß ihres neu erworbenen Wissens durchzuführen.
Da dies als primäre Ursache für den nicht zufriedenstellenden Rückgang der Wundinfektionen angesehen wird, wird eine erneute Mitarbeiterbefragung durchgeführt, in der nach den Ursachen für die recht geringe Prozentzahl an Umsetzung gesucht wird.

Auch hier habe ich wieder einige der Informationen aus "I Care", Band Pflege, 2015, vom Georg Thieme Verlag, S.232ff. 

  Da ist meiner Meinung nach, das was man zum Thema QM in der Pflege wissen sollte sehr schön zusammengefasst. Definitive Empfehlung von mir!